Familie Müller ist eine ganz normale deutsche Familie: Vater – Mutter – Kind – Hund. Sie haben sich vor drei Jahren ein Auto geleistet, einen Diesel. Es ist ein schönes neuen Auto, auf dem letzten Stand der Technik. Allerdings mussten sie dafür einen Kredit aufnehmen.

Jetzt erfahren sie, dass der Hersteller sie betrogen hat, dass ihr Auto eine Dreckschleuder ist. Und am allerschlimmsten ist, dass ein Fahrverbot für ihr schönes Auto droht. Und der Kredit ist noch längst nicht abbezahlt.

Aber keine Angst – denken sie – wir leben ja in einem Rechtsstaat, da werden Betrüger bestraft und müssen Schadenersatz leisten.

Leider muss die Familie Müller feststellen, dass sie keineswegs in einem Rechtsstaat, sondern in einer Bananenrepublik lebt. Die Politik macht keine Anstalten, für die Betrogenen Partei zu ergreifen. Die Justiz auch nicht.

Vielleicht gilt die alte amerikanische Weisheit von Pferdedieben auch hierzuland: Stiehl ein Pferd und sie werden dich aufhängen, wenn sie dich erwischen; stiehl eine ganze Herde und sie werden mit dir verhandeln.

Was die Regierung aushandelt ist: Familie Müller soll sich ein neues Auto kaufen (natürlich beim gleichen betrügerischen Hersteller) und bekommt dafür großzügig eine Umtauschprämie. Die entspricht allerdings genau dem Rabatt, den ihnen der Händler bereits beim Kauf ihres schönen Autos eingeräumt hat. Leider kann die Familie Müller sich das nicht leisten. Eine Nachrüstung kommt nicht infrage; das kann man schließlich dem Hersteller nicht zumuten.

Der Familie Müller kann man allerdings zumuten, jetzt nicht mehr mit ihrem Auto fahren zu dürfen, aber den Kredit weiterhin abbezahlen zu müssen.

Armes Deutschland!

Und was geschieht eigentlich mit den Millionen Autos, die „umgetauscht“ und aus dem Verkehr gezogen werden? Ist das einfach eine Riesenmenge Müll? Oder werden die alten Diesel einfach nach Afrika verkauft?

 

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