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Predigten mit der Flanelltafel

Allgemeines

Ein Flanelltafelbild besteht aus Pappfiguren' die an einer Spezialtafel haften. Das Bild kann von Grund auf mit den Kindern entwickelt werden. Das heißt: Kinder können einzelne Teile des Bildes selber an der Tafel anbringen und werden so in das Geschehen der Predigt direkt mit einbezogen.

Auch in der Vorbereitung können schon Kinder und Kindergruppen aktiviert werden, indem sie die Pappfiguren aus Karton ausschneiden und die Haftstreifen aufkleben und die Figuren anmalen.

Flanellbilder sind beweglich. Sie können verändert werden. Daraus ergeben sich viele interessante Variationsmöglichkeiten für die Bilder. Wenn z. B. Personen in einer Geschichte sich von einem Ort zum anderen bewegen, dann können dies auch die Figuren an der Tafel tun. Wenn in der Predigt davon die Rede ist, daß Barrieren zwischen Menschen weggenommen werden müssen, dann kann dies auch an der Tafel sichtbar gemacht werden.

Allerdings haben Flanellbilder auch einen Nachteil: Sie sind Konserven. Das heißt: Die Kinder können sich nicht selbst ausdrücken. Sie können nur mit vorgefertigtem Material hantieren. Von daher gesehen nutzt sich das Medium des Flanellbildes sehr schnell ab. Es ist geraten, sparsam damit umzugehen.

 

Anwendungsmöglichkeiten

Sehr gut eignen sich Flanellbilder zur Illustration von Geschichten. Dazu ist es notwendig, die (Haupt-)Figuren der Geschichte zur Hand zu haben.

Darüber hinaus können aber auch durch Symbole und Zeichen abstrakte Vorgänge sichtbar gemacht werden. Z.B. Familie Müller und Familie Meier werden dargestellt durch Figuren. Beide Familien können sich nicht leiden. Dies wird dargestellt durch einen dicken schwarzen Balken, der zwischen den beiden Familien angeheftet wird.

 

Zur Technik

Das Prinzip der Flanelltafel beruht darauf, daß aufgerauhte Pappe an einem aufgerauhten Tuch haftet. Die alten Flanelltafeln bestehen aus einem Flanelltuch, das auf eine Platte gezogen oder geklebt wird. Die Figuren des Bildes werden aus Pappe ausgeschnitten. Auf ihre Rückseite wird ein Streifen Sandpapier oder Glaspapier geklebt. Das Sandpapier haftet an dem Tuch, wenn man es leicht andrückt.

Neuere Flanelltafeln sind wesentlich komfortabler. Sie beruhen auf dem Prinzip des Klettenverschlußes. Die Tafel ist mit einem Stoff überzogen, an dem Kletten

Material besonders gut haftet. Das bedeutet gegenüber der alten Flanelltafel einen Fortschritt, denn Kletten haften sicherer als Sandpapier. Bei Figuren, die mit Sandpapier angeheftet sind, kann es einem leicht passieren, daß das ganze Bild runterfällt, wenn man aus Versehen an die Tafel stößt. Die Gaudi bei den Kindern kann man sich vorstellen!

Wer viel Geld hat, kann sich eine Flanelltafel bei einem der Lehrmittelverlage kaufen. Es gibt sehr schöne Tafeln, bei denen die eine Seite eine normale Schreibtafel ist (für Sprechzeichnen zu verwenden), während die andere Tafel als Flanelltafel beschichtet ist.

Zur Flanelltafel bieten die Verlage auch das Klettenmaterial in den verschiedensten Formen an, am Meter, in vorgefertigten Streifen, selbstklebend oder nicht. Klettenmaterial bekommt man aber auch dort, wo es Material zu Handarbeiten zu kaufen gibt, besonders in Kurzwaren - Geschäften.

Klettenmaterial haftet auch an verschiedenen Teppichböden. Dadurch ergibt sich eine sehr billige Möglichkeit, zu einer Flanelltafel zu kommen. Man kauft in einem Teppichladen Teppichreste oder Fliesen, und klebt diese auf eine Preßspanplatte.

Das Bildmaterial für die Flanellbilder herzustellen, erfordert einige Zeit. Deshalb ist es empfehlenswert, die Figuren so anzulegen, daß sie für verschiedene Geschichten verwendet werden können. Z.B. die gleichen Figuren, die im Pfingstbild die Apostel darstellen, können in der Geschichte, wie Jesus die Kinder segnet, die Menge der Zuhörer darstellen. Das setzt allerdings voraus, daß die Figuren in gewisser Weise schemenhaft sind. Ich sehe darin keinen Nachteil. Der Phantasie der Kinder kommt es sicher zugute.

 

Beispiele

Jesus laßt die Kinder zu sich kommen

Man braucht vier Arten von Figuren: eine Figur, die Jesus symbolisiert. Sie kann andersfarbig sein als die Figuren, die die Zuhörer Jesu darstellen. Eine dritte Art (oder Farbe) sind die Mütter, die mit ihren Kindern kommen. Als Kinder dienen Figuren, die kleiner sind als die drei beschriebenen Arten, aber die gleiche Form haben. Vielleicht kann man sie kunterbunt ausmalen.

Die Jesus - Figur haftet bereits an der Tafel. Der Prediger erzählt, daß Jesus in einem Dorf predigt, und daß viele Leute kommen, um ihm zuzuhören.

Kinder bekommen die Figuren der Zuhörer und werden angewiesen, sie in einem dichten Kreis um Jesus anzuheften.

Nun erzählt der Prediger, wie die Mütter mit ihren Kindern kommen, und wie sie zu Jesus wollen. Kinder bekommen die Figuren der Mütter und der Kinder und müssen sie an die Tafel heften, wo noch Platz ist. (Abb. 1)

Es ist ganz offensichtlich, daß die großen Menschen für die Kinder den Weg zu Jesus absperren. Der Prediger erzählt nun, wie die Mütter sich durchdrängenwollten, wie die Männer sie aber nicht durchgelassen haben mit der Begründung:

Hier habt ihr nichts zu suchen. Wir hören Jesus zu. Der sagt uns wichtige Dinge über Gott und das Gottesreich. Da dürft ihr nicht hin. Da stört ihr nur. Jesus hört den Lärm und fragt, was da los ist. Man berichtet ihm, daß da Frauen mit Kindern seien, die zu ihm wollten, aber man habe sie weggeschickt. Jesus sagt: Laßt die Kinder zu mir kommen. Er nimmt sie in die Arme und segnet sie. Dazu nimmt der Prediger (oder auch ein größeres Kind) einige Figuren aus dem Kreis um Jesus weg und setzt sie an die Seite. Nun ist Platz, um die Figuren der Mütter und der Kinder um Jesus herum zu plazieren. (Abb. 2)

Der Heilige Geist gibt den Jüngern Mut

Man braucht dazu Figuren, die die 12 Jünger und Maria symbolisieren. Außerdem einige dicke schwarze Balken, die das Haus (und darüber hinaus das Sich - Verstecken - Wollen) symbolisieren. Ja nach persönlichem Stil kann der Prediger auch noch Feuerzungen vorbereiten.

Zum Beginn sind nur die schwarzen Balken zu einem Viereck zusammengefügt. Der Prediger erzählt von der Angst der Jünger. Sie verstecken sich, weil sie Angst haben, von den Juden auch noch gefangen und getötet zu werden.

Kinder erhalten die Figuren und setzten sie in das Viereck. (Abb. 3) Nun erzählt der Prediger, wie in Brausen und Feuerzungen der Geist Gottes auf die Jünger herabkommt.

(Eventuell die Feuerzungen nun auf die Köpfe der Figuren plazieren. Man sollte sie schräg setzen. Sonst sehen die Figuren mit den roten Feuerzungen auf den Köpfen möglicherweise aus wie Heinzelmännchen!)

Nun erzählt der Prediger von den Wirkungen des Geistes, wie die Jünger auf einmal mutig werden, wie sie aus dem Raum herausgehen und predigen. Dazu werden die schwarzen Balken weggenommen und vielleicht ein oder zwei Figuren nach außen versetzt. (Abb. 4)